Artist in Residence 2018

Künstlerdorf aus Containern auf dem Areal der OSTRALE
„Artist in Residence" 03. Juli bis 21. September 2018


Im Rahmen eines Residenzprogramms lädt die OSTRALE Künstler aus Deutschland, Tschechien und den Niederlanden ein, 30 Tage als „Artist in Residence" in Dresden zu verbringen und ihre verschiedenen Kunstprojekte in sieben Containern zu realisieren. Danach werden diese ab der zweiten Jahreshälfte in Europa unterwegs sein und an kunstfernen Orten ausgestellt.


Wo ist die Grenze zwischen echten und falschen, körperlich und digital? Wie nehmen wir die Realität in unserer neuen, digitalisierten Gegenwart wahr, und wie verändern diese neuen Medien unsere Wahrnehmung von uns selbst und anderen? Was kann der Begriff Kunst in diesem Kontext bedeuten und wie kann er uns helfen, die Gegenwart zu verstehen und die Zukunft zu gestalten? Dies sind unter anderem die Fragen, die im ehemaligen Ausstellungsgelände der OSTRALE Zentrum für zeitgenössische Künste gestellt werden, welches sich zwischen dem 17. Juli und dem 21. September 2018 in ein Künstlerdorf verwandeln wird.

Innerhalb der Grenzen des Containers von 5,9 x 2,4 x 2,7 Meter liegen grenzenlose Möglichkeiten: es kann nicht nur ein Künstleratelier oder ein Ausstellungsraum sein, sondern auch ein Treffpunkt, ein Spielplatz, ein Forschungslabor oder einfach ein Ort, um zu reflektieren, zu diskutieren und voneinander zu lernen.

Folgende Künstler nehmen im diesjährigen Artist in Residence teil:

Dana Balážová
Daniel Chluba | http://daniel-chluba.de
Stef Fridael & Wim Vonk | http://www.steffridael.nl | https://www.wvonk.nl | http://ontroerwoud.nl
Hanna Nitsch | http://www.hannanitsch.de
Jana Rinchenbachova | http://www.rinchenbachova.com

Projektbeschreibungen und Künstlervita hier

Alles was in diesen zwei Monaten, sowohl von den Künstlern, als auch von den Schülern und Studenten, produziert und vorbereitet wird, wird zwischen dem 18. und 21. September 2018 in Form einer Ergebnispräsentation auf dem OSTRALE-Gelände öffentlich präsentiert.

Als Symbol für Mobilität, Mehrzweckfähigkeit und Migration, die sowohl für den Transport, als auch als Notunterkunft, bewegliches Labor, Künstleratelier oder Ausstellungsraum genutzt werden können, dienen die Container auch für die OSTRALE zum mobilmachen kunstferner Orte, bis sie schließlich im Sommer 2019 zur Hauptausstellung zugeführt werden und den Stadtraum bereichern.

Alle Container reflektieren auf ihre ganz verschiedene und einzigartige Weise den Leitgedanken der Ausstellung 2019 „-ismus", welches die drängendsten Fragen unserer Zeit behandelt, wo mit dem Aufkommen neuer Medien der Unterschied zwischen dem Realen und dem Falschen, dem Analogen und dem Digitalen immer schwerer auszumachen ist, was zur Rückkehr oder Erfindung von verschiedenen neuen und alten „-ismen" in unserer Gesellschaft führt.

Folgende Projekte werden ausgestellt:
Sampler (2018) von Balážová, Dana / 1989 (CZ),
Warum bist du nicht auf der Straße? (2018) von Chluba, Daniel / für immer 29 (DE),
Babbelonië, a Metaphysical Installation (2018) von Fridael, Stef / 1957 und Vonk, Wim / 1950 (NL),
meaning of aspects #1 (2018) von Nitsch, Hanna / 1974 (DE),
Whirling Ephemerality (2018) von Rinchenbachová, Jana / 1988 (CZ),
Zirkulation (2018) von Yu, YeonA / 1974 (KR),
Fórizmus (2018) von den Kunststudenten: Bábková, Markéta / 1993 (CZ), Čerťanský, Dávid / 1998 (SK), Kolářová, Markéta / 1993 (CZ), Křivský, Dušan / 1973 (CZ), Molín, Štěpán / 1980 (CZ)
unter Leitung von doc. akad. mal. Franta, Roman / 1962 (CZ)

Da die Kunstwerke auf dem OSTRALE-Gelände in Dresden hergestellt und das Recycling der Materialien zu Kunst wurde, tragen diese Container auch visuelle und materielle Erinnerungen an den Geburtsort der OSTRALE. Unsicher ist derzeit dabei nicht nur die Zukunft der OSTRALE auf dem Gelände, in den Futterställen besteht auch keine Verkehrssicherheit. Die Kunst kann demnach nur durch das Betreten des Geländes auf eigene Gefahr besichtigt werden. 

In der Woche vom 18. bis 21. September 2018 ist das OSTRALE Gelände täglich von 10 - 19 Uhr für einen kostenlosen Besuch geöffnet. Die Künstler sind in dieser Zeit anwesend und es werden täglich 10 – 15 Uhr Gruppenführungen angeboten.

Dazu sind alle Dresdner Bürger und Schulklassen herzlich eingeladen, sich den Schaffensprozess der Artist in Residence anzuschauen und mehr über die Themen und Fragestellungen ihrer Arbeit zu erfahren.

Danach beginnen die Container ihre Tournee, auf welcher sie zu verschiedenen Orten in Prag, den Niederlanden und Sachsen reisen werden, um Bereiche zu erreichen, in denen zeitgenössische Kunst der allgemeinen Bevölkerung normalerweise nicht zur Verfügung steht. Ihre Endstation erreichen sie im Sommer des nächsten Jahres, wenn sie Teil der Ausstellung OSTRALE - Biennale 2019 unter dem Leitgedanke „ismus" sein werden.





Weitere Projekte in diesem Programm:

Container-Erzählungen
Literarische Begleitung des Artist-in-Residence Programms


Wir laden AutorInnen ein, neue Texte, Erzählungen oder Gedichte zu schreiben, welche mit den Container-Kunstwerken verbunden oder von ihnen inspiriert sind und die von den Künstlern präsentierten Ideen und Themen aufnehmen.

Ab sofort sind interessierte Autoren herzlich eingeladen, das Künstlercamp zu besuchen und in den literarisch, künstlerischen Diskurs zu gehen. Die fertigen Kunstwerke in den Containern können während der Präsentationswoche (18. – 21. September 2018) und während des gesamten Novembers 2018 nach Vereinbarung besichtigt werden. Die Kurzbiografien der Artist-in-Residence-Künstler und ihre Konzepte finden Sie weiter oben auf der Seite. Weitere Fotos der Kunstwerke und kurze Interviews mit den Künstlern werden auf der OSTRALE Facebook-Seite veröffentlicht.

Die fertigen Texte können über die OSTRALE Datenbank bis zum 31.12.2018 hochgeladen werden.

Die 10 besten Texte werden in einem Buch zur internationalen Ausstellung zeitgenössischer Künste, OSTRALE Biennale O'19 veröffentlicht und im Rahmen einer Lesereihe dem Publikum präsentiert. Im September 2019 wird von den Juroren das Preisgeld in Höhe von insgesamt 10 000 Euro überreicht.

Besuchen Sie uns auf dem OSTRALE Gelände in Dresden (bitte in vorheriger Absprache per Mail an post@ostrale.de oder telefonisch unter 0351 6533763) und bringen Sie Ihre Auseinandersetzung der Kunstwerke des Artist in Residence zu Papier.

Weitere Informationen zum Wettbewerb

Informationen zu den Kunstwerken

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 „DAS KREATIVE GEHIRN" - internes Symposium 

In einer Runde aus internationalen Künstlern, Forschern und Experten aus verschiedenen Ländern und Bereichen, wird am 21.09.2018 um 19Uhr über Möglichkeiten der Vernetzung von Kunst und Wissenschaft diskutiert und erste Erkenntnisse zum Thema, sowohl von Seiten der Kunsttheorie als auch der Klang- und Hirnforschung präsentiert.

Die eintägige Konferenz knüpft an die Arbeit meaning of aspects #1 von Hanna Nitsch an. Während ihres Aufenthalts im OSTRALE-Künstlercamp bereitete sie eine Art digitales Selbstportrait vor, dass in Anlehnung auf ihren gesammelten EEG-Informationen basiert. Dieses künstlerische Unterfangen wird durch ein Forschungsprojekt in Zusammenarbeit zwischen der Künstlerin, OSTRALE und ihren Partnerinstitutionen für seh- und hörgeschädigte Menschen vervollständigt. In deren Rahmen soll beobachtet und demonstriert werden, wie unterschiedlich Menschen mit verschiedenen sensorischen Potentialen und Wahrnehmungen auf künstlerische Erfahrungen und Auseinandersetzungen reagieren.

Hanna Nitsch (Deutschland) ist eine Künstlerin, die mit verschiedenen Medien zum Thema Selbstwahrnehmung und Selbstdarstellung arbeitet. Sie präsentiert das Ergebnis ihres EEG-Projekts, das sie in ihrer Zeit als Artist in Residence realisiert hat. http://www.hannanitsch.de

Udo Wid (Österreich) ist Maler, Konzeptkünstler und Biophysiker. Sein Hauptinteresse gilt der Kreuzung zwischen Kunst, Philosophie, Wissenschaft und dem Alltagsleben.
https://de.wikipedia.org/wiki/Udo_Wid

Violka Kuś (Polen) ist eine bildende und Installationskünstlerin, die oft mit Fragen der neurokognitiven Wissenschaften wie der Beobachtung und Analyse des neuro-psycho-physischen menschlichen Zustands arbeitet. http://violkakus.pl/

Marek Chołoniewski (Polen) ist ein Komponist, Musikveranstalter und Musikpädagoge, der die neuesten digitalen Technologien in seine Kompositionen und interaktiven Klanginstallationen integriert.
http://www.studiomch.art.pl/

Weitere Einladungen von Experten aus dem Bereich der Hirnforschung von der TU Dresden und von den Unikliniken Dresden und Chemnitz sind geplant. Die Diskussion des Themas wird auch im nächsten Jahr fortgesetzt, wenn im Rahmen der OSTRALE Biennale 2019 weitere Podiumsdiskussionen und Veranstaltungen an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft stattfinden.


Tanzworkshop

Vom 12. - 17.08.2018 besuchen uns koreanische Tänzer der Cie Yu Dans Gruppe, unter Leitung von Yeon A Yu, und erarbeiten zusammen mit Dresdner Tänzern ein Performancekonzept für die Eröffnungsveranstaltung der OSTRALE Biennale O'19. Am letzten Abend des Tanzworkshops, dem 16. August 2018 ab 19 Uhr, gibt es eine offizielle Preview der Tanzperformance von Cie Yu Dans.







Workshopprogramm

Das Residenzprogramm wird ergänzt durch das internationale Sommerprojekt „Echo_Chamber" und „Kinderblicke kunterbunt" der OSTRALE für kunst- und technikinteressierte Kinder, Jugendliche und Studierende im Alter von 7-21 Jahren, welche an mehreren Workshops teilnehmen können.

In den Workshops kommen alle mit den KünstlerInnen und ExpertInnen aus Deutschland, den Niederlanden und Tschechien zusammen, um unsere digitale Gegenwart und Zukunft zu entdecken, den Weg zu „ismus" zu bahnen und die künstlerische Zusammenarbeit neu zu gestalten. Im gegenseitigen Austausch von Ideen und Erfahrungen werden praktische Aspekte des Medienkonsums und der -produktion kennengelernt, diskutiert und ein visuelles Projekt erstellt. Im gegenseitigen Austausch von Ideen und Erfahrungen werden praktische Aspekte des Medienkonsums und der -produktion kennengelernt, diskutiert und ein visuelles Projekt erstellt.





Ferienpassprogramm Sommer-Kunst-Galerie
findet vom 03. – 08. Juli 2018 und vom 17. – 22. Juli 2018 statt.

In der ersten Projektphase vom 03. – 08. Juli 2018 lädt die OSTRALE über dem Ferienpassprogramm der Stadt Dresden kostenfrei 7- bis 14-jährige Kinder in eine „Sommer-Kunst-Galerie" ein.

In der zweiten Projektphase werden innerhalb von Workshops zum Thema digitale Medien eine DaDa Demo oder ein Künstlerbuch erstellt. Gemeinsam mit Berliner und tschechischen KünstlerInnen entdecken die Kinder und Jugendlichen die Zukunft in Auseinandersetzung zum Thema der eigenen Wahrnehmung in und mit digitalen Medien.

Integriert ist dieses Vorhaben in das Kinderkunstprojekt „Kinderblicke kunterbunt - WIR, die Friedrichstädter", initiiert von der OSTRALE – Zentrum für zeitgenössische Kunst, ermöglicht durch die Projektförderung über den Europäischen Sozialfond (ESF) im Freistaat Sachsen für eine nachhaltige soziale Stadtentwicklung Dresden Friedrichstadt. Bereits in diesem Projekt entstandene Kinderkunstwerke bilden den atmosphärischen Galerierahmen und werden erstmals in der Öffentlichkeit präsentiert. Fokus ist immer das Kreativ sein an „besonderen" Orten und die Kunst als Vermittler zu nutzen um den jungen Menschen beim Identitätsprozess zu unterstützen.


Kultur macht STARK- Projekt
findet vom 06. – 11. August 2018 statt.
In der dritten Workshopphase arbeiten bildungsbenachteiligte Kinder auf dem OSTRALE Gelände zusammen mit ausgewählten „Artist in Residence"- Künstlern. Dabei wird zum Thema Kommunikation und Digitalismus eine multimediale Abschlusspräsentation entwickelt. Durch einen Besuch bei einem freien lokalen Radio- und Fernsehsender werden die berufliche Seite der Medienarbeit und die dazugehörigen Aspekte der Kommunikation kennengelernt.



Artist in Residence 2019

Künstlerdorf aus Containern auf dem Areal der OSTRALE




Die zweite Biennale widmet sich in der 12. OSTRALE dem Leitgedanken „ismus".
Ismen werden zumeist als Dogmen, Gegenüberstellung, Kunstbegriff und Gesellschaftswerte eingesetzt. Immer vom Menschen hervorgebracht, sind sie auch Abgrenzungen zu anderen Weltbildern. Das Subjekt und die kollektive Wahrnehmung sind auch in der Kunst untrennbar mit den laufenden Diskursen verbunden. Die neuen Medien lassen auch hier zunehmend ein Austesten der Grenzen zu.

Was ist Kunst, was kann Kunst und besonders, was darf Kunst? Sollten wir resetten, zurücksetzen, Geisteshaltungen und Lebenseinstellungen neu betrachten, Ismus als Besprechung und Geisteshaltung heranziehen, den erweiterten Kunstbegriff als universale Bestimmung der menschlichen Kreativität auf alle Bereiche der lebensweltlichen Wirklichkeit "ismus" lenken?

Vom 28.06. – 29.09.2019 werden die 7 Container des Residenzprogramms zu sehen sein, welche nach Ihrer Tour durch Europa ihre letzte Präsentation bei der OSTRALE Biennale 2019 haben werden.






Wir bedanken uns sehr bei der Firma BplusL Infra Log GmbH Zweigniederlassung Niederdorf und der Spedition Detmers-Transport GmbH Dresden für das Sponsoring.