Die OSTRALE – Zentrum für zeitgenössische Kunst ist als gemeinnütziger Verein der Träger und die Plattform für die OSTRALE Biennale sowie die Basis für die jährlichen Artist in Residence-Programme, kleineren Ausstellungsreihen, Videoformaten zwischen den Biennalen und den Bildungsprogrammen OSTRALE.lab und OSTRALE.kontrovers. Die OSTRALE Biennale ist die drittgrößte internationale Ausstellung für zeitgenössische Künste in Deutschland die seit 2017 zweijährig in den Sommermonaten stattfindet, bis 2016 jährlich. Sie ist keine Verkaufsausstellung per se, was uns die Freiheit gibt, abseits des arktgeschehens gesellschaftlich relevante Themen zu diskutieren.

Als Raumpionier öffnet die OSTRALE Biennale leerstehende Industrie- oder Kulturbrachen. So fanden die 12 Ostralen bisher im Dresdner Ostragehege in den alten Futterställen, im Schweinedom, in der Fettschmelze, in den Rinderhallen sowie im Ausland in Belgien im Alten Schlachthof in Eupen, in Polen in der „Browar Mieszczanski" ehemalige Bierbrauerei in Wroclaw und in Katowice in der alten Kohle-Zeche statt. Die letzte Ausgabe der OSTRALE Biennale O19 fand in der Historischen Tabakfabrik f6 in Striesen und an 5 weiteren dezentralen Orten in Dresden statt. Neben der Zusammenarbeit mit bereits etablierten kleineren Kunstinstitutionen und Ausstellungsorten in der Stadt, wie der Gedenkstätte Bautzner Straße, dem Ausländerrat Dresden, dem Goethe-Institut Dresden, der Alten Feuerwache Loschwitz und der ArtSAP-Galerie, revitalisierte die OSTRALE auch die Historische Tabakfabrik f6 in Dresden-Striesen als Hauptausstellungsfläche und verwandelte fast 6.000 qm Produktions- und Büroflächen in einen einzigartigen Ort für die Präsentation zeitgenössischer Kunstwerke.

Mit der Zwischennutzung eines großen Zentralgebäudes und mehrerer kleinerer Satellitenausstellungen werden wir unsere aufgebauten Kooperationen auch in den kommenden Biennalejahren 2021 und 2023 weiterführen.

In den Jahren zwischen den Biennalen, im Rahmen der Ausstellungsreihe OUT of OSTRALE, arbeiten wir mit Kulturhauptstädten Europas zusammen, um ausgewählte Werke aus den gezeigten Ausstellungen, wie in Pecs (Ungarn, 2010), Wroclaw (Polen, 2016) und Valletta (Malta, 2018) zu präsentieren. Im Jahr 2020 setzen wir dies im Rahmen einer Kooperation mit der Kulturhauptstadt Europas (Europan Capital of Culture, ECOC) Rijeka (Kroatien) fort. Eine Auswahl zeitgenössischer Werke von 47 Künstler aus 18 Ländern (Frankreich, Deutschland, Niederlande, Ungarn, Tschechien, Finnland, Slowakei, Österreich, Serbien, Großbritannien, Polen, Ukraine, Malta, Bosnien, Simbabwe, Kenia, Südafrika, Libanon) werden in Rijeka präsentiert.

Weitere Gastauftritte von Künstlern und Kunstwerken, die auf der OSTRALE Biennale O19 gezeigt wurden, reisen im Rahmen des WomanIsm-Projekts nach Kenia und Uganda. Die deutschen und afrikanischen Teilnehmer des Artist in Residence-Programms der OSTRALE Biennale O19 in Dresden kamen zum künstlerischen Austausch und einem Arbeitstreffen zusammen und werden sich im März 2020 in Nairobi (Kenia) wieder treffen, um kollaborative Kunstwerke zu produzieren und auszustellen, die später auch in Kampala (Uganda) präsentiert werden.

Die Vorbereitungen für die OSTRALE Biennale O21 beginnen im Frühjahr 2020 mit der Zusammenstellung eines neuen internationalen Kuratorenteams, das gemeinsam über das Hauptthema der nächsten Biennale entscheidet und den Open Call im Februar-März 2020 für die kommende Ausstellung entsprechend formuliert.

Der Auswahlprozess der OSTRALE ist ein gemischtes System, da Künstler sowohl von Mitgliedern des kuratorischen Teams eingeladen werden können, als auch sich selbst über den Open Call bewerben dürfen. In einem dreistufigen Jury- und Kuratorenprozess stimmen dann alle Juroren und Kuratoren über die vorgeschlagenen Kunstwerke der eingeladenen und der sich beworbenen Künstler ab. Für die Ausstellung 2019 wurden von der Jury mehr als 1.800 Kunstwerke von 560 internationalen Künstlern gesichtet, diskutiert und bewertet.

Der Veranstaltungsort der OSTRALE Biennale O21 ist noch nicht bekannt. Es laufen die Verhandlungen mit Eigentümern mehrerer potenzieller Gebäude in Dresden.

Mission

"Die OSTRALE, das ist nicht nur eine geografische oder politisch-historische Bestimmung, sondern auch ein magischer Raum, der von Weltfantasie und – Wirklichkeit geprägt ist.

Die Ideologie der OSTRALE ist es, dass Kunst ein Mittel der Kommunikation ist, der das Wort als Verständigung fehlen darf. Sie ist die sinnliche, empirische, auch empörte Wiedergabe und Wahrnehmung unserer Sucht nach Worten, sie ist die Anregung, innerhalb verschiedener Ideen und Logiken zu agieren.

Sie soll die Unmöglichkeit aufzeigen, dass die komplexe Form von Wissen – niemals auf eine einzige Erklärung, Frage oder Thematik oder auf ein einziges Paradigma zu reduzieren ist. Sie soll die Grundlage einer, auch in die Richtung der zeitgenössischen Bildenden Kunst, offenen Kulturlandschaft Dresdens sein und damit die Kunst- und Kulturstadt Dresden zu einem Wirtschaftssektor erweitern.

Kultur ist die Grundlage, mit der wir unsere Identität, unser Leben verhandeln. Wenn wir eine europäische Identität, ein europäisches Bürgerbewusstsein und damit Weltbewusstsein kreieren wollen, brauchen wir einen freien Kunst- und Kulturbetrieb, der sich klar artikulieren kann.

Wir müssen der Macht der Kunst und Kultur vertrauen, sie umfasst alle denkbaren, auch undenkbaren Lebensbereiche. Wenn wir Kunst und Kultur zu sehr instrumentalisieren und anderen Zielen unterordnen, nehmen wir ihr die tiefe Kraft der Überzeugung.

Die OSTRALE steht für das spukhafte und humorvolle Spiel von Machtstrukturen und Ideologien, und der „Werte" in der Kunst."

Andrea Hilger, Vorstand und Kuratorin der OSTRALE

Historische Schlüsselereignisse

2007 | 1. OSTRALE O7, Signale
3 Tage / 3.500 Besucher / 120 Künstler / 15 Länder
Orte der Ausstellung: Rinderstall, Sozialtrakt, Schweinestall, Schweinedom im historischen Erlwein Schlachthof Dresden
Kuratoren: Mike Salomon, Andrea Hilger

2008 | 2. OSTRALE O8, Transformation
10 Tage / 6.500 Besucher / 160 Künstler / 19 Länder
Orte der Ausstellung: Rinderstall, Sozialtrakt, Schweinestall, Fettschmelze, Schafstall im historischen Erlwein Schlachthof Dresden
Kuratorin: Sabine Zimmermann

2009 | 3. OSTRALE O9, Interim Arrangements
23 Tage / 11.000 Besucher / 135 Künstler / 22 Länder
Orte der Ausstellung: Rinderstall, Sozialtrakt, Schweinestall, Fettschmelze, Schafstall, Direktorenvilla, Futterställe West im historischen Erlwein Schlachthof Dresden
Kuratoren: Martin Müller, Katja Albers, Lukas Feireis, Andrea Hilger

2010 | 4. OSTRALE O10, Rites of Passage
23 Tage / 16.000 Besucher / 200 Künstler / 24 Länder
Orte der Ausstellung: Rinderstall, Sozialtrakt, Schweinestall, Fettschmelze, Schafstall, Futterställe West, Eselstall im historischen Erlwein Schlachthof Dresden
Kuratoren: Martin Müller, Andrea Hilger
OUT of OSTRALE O10 Katowice
OUT of OSTRALE O10 Eupen
Kooperationen: Rita Varga AAA/Approach Art Association Pecs/Ungarn (Kulturhauptstadt Europa), Dorota Kabiesz, Krzystof Skarbek, Galeria Szyb Wilson Katowice/Polen / Benjamin Fleig Eupen/Belgien

2011 | 5. OSTRALE O11, Slaughterhouse Five
1.7. - 4.9. / 57 Tage / 17.000 Besucher / 160 Künstler / 32 Länder
Orte der Ausstellung: Futterställe Ost und West, Fettschmelze, Kühlhaus, Eselstall im historischen Erlwein Schlachthof Dresden
Kuratoren: Martin Müller, Benjamin Fleig, Andrea Hilger
1. cool silicon art award ausgerichtet für Cool Silicon e.V. im Gebäudeensemble der Deutschen Werkstätten Hellerau

2012 | 6. OSTRALE O12, homegrown
13.7. – 16.9. / 57 Tage / 17.500 Besucher / 160 Künstler / 32 Länder
Orte der Ausstellung: Futterställe Ost und West, Fettschmelze, Kühlhaus, Eselstall, Brache und Haus 11 im historischen Erlwein Schlachthof Dresden
Kuratoren: Martin Müller, Benjamin Fleig, Andrea Hilger

2013 | 7. OSTRALE O13, we cross the rubicon
5.7. – 15.9. / 63 Tage / 18.000 Besucher / 86 Künstler / 15 Länder
Orte der Ausstellung: Futterställe Ost und West, Eselstall, Brache und Haus 11 im historischen Erlwein Schlachthof Dresden, Messe Dresden, Hotel Maritim, Pumpenhaus, OBERÜBER KARGER
Kuratoren: Knut Hartwich, Friedrich Loock, Moritz Stange
2. cool silicon art award ausgerichtet für Cool Silicon e.V. in der Messe Dresden

2014 | 8. OSTRALE O14, Around You
18.7. – 28.9. / 60 Tage / 19.000 Besucher / 200 Künstler / 34 Länder
Orte der Ausstellung: Futterställe Ost und West, Eselstall, Brache und Haus 11 im historischen Erlwein Schlachthof Dresden, Messe Dresden, Villa Baumgarten
Kuratorinnen: Nadine Bors, Andrea Hilger
1. EU Projekt PRIVATE NATIONALISM: Kooperationen mit Ilona Nemeth, Michal Stofa, Kunsthalle Kosice/Slowakei / Edit Andras, MODEM Modern and Contemporary Arts Centre Debrecen/Ungarn / Rita Varga, Marton Pacsika M21 Gallery, Zsolnay Cultural Quarter Pecs/Ungarn / Ivan Mecl, Lenka Klodova, Divus Prager Kabarett Prag/Tschechien, Selda Asal, Apartman Project Gallery Istanbul/Türkei, Nadine Bors, Andrea Hilger, OSTRALE – Zentrum für zeitgenössische Kunst Dresden/Deutschland

2015 | 9. OSTRALE O15, HANDLE WITH CARE
10.7. – 27.9. / 66 Tage / 20.000 Besucher / 180 Künstler / 32 Länder
Orte der Ausstellung: Futterställe Ost und West, Eselstall, Brache und Haus 11 im historischen Erlwein Schlachthof Dresden, Brühlsche Terrasse, Villa Baumgarten
Kuratoren: Lydeke Schakel, Sybille Nütt, Miroslaw Jasinski, Harro Schmidt, Andrea Hilger
OUT of OSTRALE O15 St. Petersburg in der St.Annenkirche zur deutsche Woche in Russland
2. EU Projekt open HUB: Kooperationen mit Alicja Grabarczyk ArtBrut Gallery, Studio For Social & Cultural Inclusion Wroclaw/Polen / Babara Rosenberg, Emanuele Scataglini, Palazzina Sicentro, Biblioteca Valvassori Peroni Mailand/Italien / Angie Clopterop, Netwerk center for contemporary art, Aalst/Belgien / Andrea Hilger, OSTRALE – Zentrum für zeitgenössische Kunst Dresden/Deutschland / Out of OSTRALE, St. Annenkirche zur deutsche Woche in St. Petersburg/Russland

2016 10. OSTRALE, error:x
1.7. – 25.9. / 74 Tage / 25.000 Besucher / 180 Künstler / 32 Länder
Orte der Ausstellung: Futterställe Ost und West im historischen Erlwein Schlachthof Dresden, Messe Dresden
Kuratoren: Drorit Gur Arie/Israel, Risa Takita/Japan, Syowia Kyambi/Kenia, Thomasz Wendland/Polen, Harro Schmidt, Antka Hofmann, Andrea Hilger
OUT of OSTRALE O16 Wroclaw OSTRALE weht ODER
1. europäische Kulturhauptstadtkooperation in der Browar Mieszczanski, Anna Kudarewska Wroclaw/Polen (ecoc) Kuratoren: Sybille Nütt, Detlef Schweiger, Antka Hofmann, Andrea Hilger
Kooperationen: Mediations Biennale, Thomasz Wendland, Anna Fedorczuk Poznan/Polen

2017 | 11. OSTRALE, 1. OSTRALE Biennale O17, re_form
28.7. – 1.10. / 57 Tage / 29.000 Besucher / 164 Künstler / 25 Länder
Orte der Ausstellung: Futterställe Ost und West im historischen Erlwein Schlachthof Dresden, Messe Dresden
Kuratoren: Mykola Dzhychka/Ukraine, Oliver Kratz, Detlef Schweiger, Holger Wendland, Antka Hofmann, Andrea Hilger
Kooperationen: farewell to the past mit Kultur Aktiv e.V. in Ivano-Frankivsk/Ukraine, Civic Media Lab Dnepropetrowsk/Ukraine

2018 | OUT of OSTRALE O18 Valletta, found a mentalism I und II
2. europäische Kulturhauptstadtkooperation im German Maltese Circle und in St James Cavalier Valletta/Malta / 25.4. – 30.7. / 46 Künstler / 12 Länder, Kuratoren: Antka Hofmann, Andrea Hilger
Kooperationen: Institution Spazju Kreattiv, Fondazija Kreattivita Valletta/Malta

2019 | 12. OSTRALE, 2. OSTRALE Biennale O19, ismus
3.7. – 1.9. / 46 Tage / 28.000 Besucher / 180 Künstler / 34 Länder
Orte der Ausstellung: historische Tabakfabrik f6 in Dresden-Striesen, Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden, Goethe-Institut Dresden, Ausländerrat Dresden, E. Kunst- und Kulturverein Alte Feuerwache Loschwitz, art SAP Galerie
Kuratoren: Drorit Gur Arie/Israel, Yik Chow/Hongkong, Syowia Kyambi/Kenia, Toni Sant/Malta, Antka Hofmann, Andrea Hilger
Kooperationen: Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden, Goethe- Institut Dresden, Ausländerrat Dresden, E. Kunst- und Kulturverein Alte Feuerwache Loschwitz, Institution Spazju Kreattiv in Valletta/Malta, Yeona Yu/Südkorea, Künstlerkollektiv Borjass der Isoo Gallery Amol/Iran, Tessa Bahana Ugandan Arts Trust - 32º East Kampala/Uganda, Circle Art Gallery Nairobi/Kenia

Besucherzahlen und Schülerbeteiligung

Die allererste OSTRALE-Ausstellung im Jahr 2007 endete mit einer Besucherfrequenz von 3.500 Besuchern. Seitdem ist die Besucherzahl stetig gestiegen: 20.000 Besucher im Jahr 2015, und 25.000 im Jahr 2016. Eine rekordverdächtige Zahl von 30.000 Menschen erreichten wir während unserer Biennale im Jahr 2017. Darunter waren 460 Schulklassen aus ganz Sachsen mit insgesamt 9.500 Schülern. Die letzte Biennale im Jahr 2019, obwohl sie einen Monat weniger als die vorherige geöffnet war, zog immer noch rund 28.000 Besucher an, darunter 5.000 Studenten.

Zielgruppe und Inklusion

Ziel der OSTRALE ist es, zeitgenössische Kunst von höchster Qualität einem möglichst breiten Publikum lokal, national und international zu präsentieren. Besucher jeden Alters und jeder Herkunft sind willkommen, unabhängig von ihrem ethnischen, religiösen oder kulturellen Hintergrund. Die OSTRALE hat im Laufe der Jahre zahlreiche Projekte und Kooperationen aktiv realisiert, um auch benachteiligten Gruppen einen besseren Zugang zur Kunst und zu unseren Ausstellungen zu ermöglichen.

Wir sind stets bemüht unsere Ausstellungs- und Veranstaltungsorte barrierefrei und für Rollstuhlfahrer zugänglich zu machen. Mit der Unterstützung von Aktion Mensch wurde ein visuelles, haptisches und gebärdensprachliches Leitsystem entwickelt und gibt unseren seh- und höreingeschränkten Besuchern die Möglichkeit die Ausstellung in ihrer Sinnesform wahrzunehmen. Regelmäßig werden Führungen in Gebärdensprache für gehörlose Menschen durchgeführt. Die „AllSense" App wurde auf die ausstellungsspezifischen Besonderheiten der OSTRALE entwickelt, die wichtige Informationen und Beschreibungen der ausgestellten Kunstwerke in Audio- und Gebärdensprache, auch für andere Besucher nutzbar, enthält.

Unsere Bildungsprogramme und Workshops, welche oft in Zusammenarbeit mit ausstellenden lokalen und internationalen Künstlern stattfinden, sorgen dafür, dass Kinder, Jugendliche und Studenten gemeinsam mit Ihren Lehrern und Betreuern die Ausstellung zum Hort der Bildung nutzen und bei einem abschließenden Besuch des Publikumsateliers ihr eigenes künstlerisches Potenzial entdecken können. Außerdem besteht eine enge Zusammenarbeit mit Schulen, in denen

Schüler mit Lernschwierigkeiten oder aufgrund ihres Migrationshintergrunds bildungsbenachteiligt sind. Regelmäßig finden auch spezielle Angebote für Besucher jeden Alters und Familien statt.

Finanzierungsquellen

OSTRALE ist eine gemeinnützige Kunstorganisation, die hauptsächlich von öffentlichen Einrichtungen der Bundesrepublik Deutschland, privaten Sponsoren und anderen internationalen Fonds und Organisationen finanziert wird. Die wichtigsten Unterstützer der OSTRALE sind:

-- Kulturstiftung des Bundes
-- Landeshauptstadt Dresden Amt für Kultur und Denkmalschutz
-- Aktion Mensch e.V.
-- Schneider und Partner Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung GmbH
(Privater Sponsor)

Für konkrete Projekte, Ausstellungen und internationale Kooperationen bewirbt sich die OSTRALE regelmäßig bei verschiedenen Organisationen der Europäischen Union, lokalen und nationalen Institutionen von Partnerländern, sowie verschiedenen Stiftungen in Deutschland.

Marketing und Werbung

Seit Jahren arbeiten wir mit der Markenkommunikationsagentur Blaurock zusammen, die für unsere Pressearbeit und Marketing zuständig ist. Zusätzlich geben wir jeden Monat und im Verlauf der Biennale jede Woche Pressemitteilungen heraus und veranstalten zu Beginn, in der Mitte und am Ende der Kernausstellung eine große Pressekonferenz.

Für jede Ausstellung werden Flyer (100.000 Kopien), Poster (5.000 Kopien), Broschüren (10.000 Kopien), sowie ein Katalog (1.500 Kopien) veröffentlicht. Unsere Ausstellungen werden in den lokalen, nationalen und internationalen Medien, in Zeitungen (ca. 150 Artikel), Radio (14 Programme) und Fernsehen (15 Programme) ausführlich behandelt. Des Weiteren sind wir auch in den sozialen Medien mit unserem Facebook (8.350 Follower) und Instagram Account (1.035 Follower) aktiv.

ARCHIV

Kunst als Kapital

Kunst als Kapital und Kernbestand einer neuzeitlichen Gesellschaft zu etablieren, ihre Innovationskraft ökonomisch und sozial zu organisieren und lokal, regional und international nachhaltig nutzbar zu machen, ist die Idee und das Ziel der OSTRALE.

Die OSTRALE begann 2007 als lokale Initiative durch Andrea Hilger und Maik Salomon und hat innerhalb kürzester Zeit eine große internationale Reichweite erlangt. Sie präsentiert gattungsübergreifend und interdisziplinär das gesamte Spektrum der Gegenwartskunst. An einem industriehistorisch und architektonisch bedeutsamen Ort mit beträchtlichen Raumdimensionen (Ausstellungsfläche: 15.000 qm Außenfläche: 50.000 qm) werden jährlich mehrere hundert nationale und internationale Künstler für eine Teilnahme am Festival eingeladen.

Dresden hat insbesondere als „Elbflorenz" einen weltweiten Bekanntheitsgrad erreicht. Mit der OSTRALE verfügt die Stadt nun über das Potential, kulturell und touristisch interessenausgleichend als Gegenpol zu ihrer barocken Geschichte eine historisch generative, zeitgenössische Perspektive zum klassischen Ausstellungsformat zu entwickeln. So kann sie im heutigen Zeitgeschehen ihren internationalen Stellenwert Richtung „Moderne" ausbauen.

Das kuratorische Konzept ermöglicht neben dem offenen Ausschreibungs- und Bewerbungsverfahren auch das unmittelbare Einladen internationaler Künstler. So wird eine maximale Breite und enorme Qualität internationaler zeitgenössischer Kunst erreicht. Diese kann in situ in den vorhandenen außergewöhnlichen Raumstrukturen neu geschaffen oder in neuem Kontext installiert oder gehängt werden.

Mit der "OSTRALE Biennale 2017", der 11. Internationalen Ausstellung, verändert die OSTRALE ihr Konzept in eine zweijährige Form, die jeweils in Dresden sowie mit den internationalen Partnern im Ausland Ausstellungen realisiert.

Kunstorte - Die Futterställe des historischen Hans-Erlwein Schlachthof

In der Kunststadt Dresden steht mit dem vor 100 Jahren von Hans Erlwein erbauten, ehemaligen Schlachthofensemble auf der Ostrainsel ein Areal zur Verfügung, das ein unerschöpfliches Potential besitzt. Hier wird zeitgenössische Kunst in außergewöhnlichen Räumen präsentiert, so kann sie frei von jeglichen Konventionen und einengenden Strukturen großformatig Entfaltung finden.

Die unterschiedlichen architektonischen Besonderheiten von Rinderstall, Heuböden, Futterställen, Sozialtrakt, Zentrallager, Fettschmelze, Direktorenvilla, Pförtnerhäuschen und Amtsschlachthof bieten ein unvergleichliches Spektrum von Raummöglichkeiten, in denen Kunst präsentiert und in unterschiedlichste Kontexte gestellt werden kann. Seit 2007 werden jährlich neue Gebäude des langsam verfallenden Geländes geöffnet und teils als temporäre Ausstellungsräume und anderenteils als feste Bestandteile des entstehenden Kunst-Zentrums hergerichtet.

In der Zwischenzeit fokusiert sich die OSTRALE auf die Futterställe als Ausstellungsort.

Die Futterställe dienten früher zum Füttern der Tiere und zum Einlagern des Heus auf dem Dachboden. Der Gebäudekomplex besteht aus zwei Teilen: Dem Futterstall West und dem Futterstall Ost. Die Ställe verfügen über je zwei Etagen mit insgesamt etwa 8.000 m² Ausstellungsfläche.

Das Große Ostra-Gehege

Die OSTRALE hat die Vision, konventionelle Normansprüche in Frage zu stellen, aufzubrechen sowie gleichzeitig der zeitgenössischen Kunst neue Möglichkeiten der Interpretation anzubieten. Die Vielfalt der Räume ist den Künstlern in der Erschaffung und dem Publikum in der Rezeption ein Ort der Inspiration und der sinnlichen Wahrnehmung.

Die Nähe zum Stadtzentrum, die andauernde Veränderung der Ostrainsel und die Flora und Fauna der Elbwiesen, die für Ruhe und Erholung stehen, machen aus der OSTRALE etwas Besonderes, ein verstecktes Juwel im geschäftigen Herzen der Stadt.

Das Ostragehege liegt in der Kernzone des ehemaligen Weltkulturerbes Dresdner Elbtal und definiert über seine Breite eine der breitesten Stellen der gesamten Kulturlandschaft. Es beginnt heute an der Marienbrücke und wird fast im Halbkreis im Norden durch die Elbe begrenzt. Im Süden liegt die Friedrichstadt. Im Westen und Süden endet das Ostragehege am größten Binnenhafen Dresdens, dem Alberthafen Dresden-Friedrichstadt.

Benannt ist das Ostragehege nach dem Dorf Ostra, das 1206 erstmals erwähnt wurde. Ostra selbst bedeutet „Insel" und trifft damit begrifflich den Charakter des Geheges gut, obwohl Ostra in der heutigen Friedrichstadt lag. Mit dem Ausbau der Stadtfestung von Dresden wurde das Gebiet um Ostra als „Ostravorwerk" erschlossen. 1568 wurde das Dorf Ostra deshalb aufgelöst und die Bewohner in die Flur des Dorfs Leubnitz (seitdem deshalb Leubnitz-Neuostra) umgesiedelt.

Ursprünglich ist dieser Landschaftsraum größer gewesen und erstreckte sich mit dem „Kleinen Ostragehege" bis fast an den ehemaligen Königlichen Marstall heran. Vor den Stadterweiterungen im 19. Jahrhundert war dieses Gebiet von einer teilweise bewaldeten Feuchtwiesenlandschaft geprägt. Weil sich die Weißeritz früher flussaufwärts vom Hauptbereich des Ostrageheges in die Elbe ergoss und auf diese Weise einen großen Schwemmlandfächer erzeugte, war dieses Areal lange eine permanente Feucht- und Überschwemmungszone. Durch anthropogene Einflüsse, wie die Verlegung des Weißeritzlaufes, Drainagen, großflächige Aufschüttungen, Elbuferausbau und Bebauungen sowie die Errichtung des Elbhafens haben sich die hydrologischen Verhältnisse und Elbuferzonen erheblich verändert.

Die Schlachthofanlage von Stadtbaurat Hans Erlwein, die aus 68 einzelnen Gebäuden bestand, wurde nach fünfjähriger Bauzeit am 19. August 1910 eingeweiht. Das Gebäudeensemble wurde im Großen Ostragehege auf einer großflächigen Aufschüttung im sogenannten Heimatschutzstil erbaut und gilt als bedeutendes Beispiel der Jugendstil-Industriearchitektur.

Die Anlage wurde in Form einer Siedlung errichtet, die von einer Ringstraße umfasst wird. Am Schlachthofring gab es einen Viehhof mit Eisenbahnanschluss, Markthallen, Ställe für Groß- und Kleinvieh, Schlachthallen, ein Kessel- und Maschinenhaus, ein Kühlhaus und eine Gaststätte. Die Kapazität des Schlachthofes war im Jahr 1910 auf 550 Rinder, 3.450 Kälber und Schafe sowie 2.500 Schweine pro Tag ausgelegt.

Die Bombenangriffe im Februar 1945 richteten schwere Schäden an den Gebäuden des Schlachthofes an. Bei dem wegen der akuten Lebensmittelknappheit in der Nachkriegszeit sehr forcierten Wiederaufbau stellte man die Gebäude in einer vereinfachten Form wieder her, sodass vieles der Jugendstil-Architektur verloren ging. In der Zeit der DDR war hier das Dresdner Fleischkombinat in Betrieb.

Die verbliebenen historisch wertvollen Bauten des alten Schlachthofes stehen heute unter Denkmalschutz.

Caspar David Friedrich: „Das Große Gehege“ (1832)